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Vortrag Marc Zimmerli Patrouille Suisse

Kreisfeuerwehrverband Waldshut und der Kreisbrandmeister veranstalten ein Führungskräfteseminar

Am  Wochenende 28.-29.10.2011veranstalteten der Kreisfeuerwehrverband Waldshut und das Landratsamt Waldshut unter der Federführung des Verbandsvorsitzenden Manfred Rotzinger und Kreisbrandmeister Thomas Santl ein Seminar für Kommandanten und Führungskräfte der Feuerwehren. Das zweitägige Seminar wurde im Feuerwehrhotel St. Florian in Titisee durchgeführt. Ein gutes Jahr der Vorbereitung war für dieses Seminar notwendig. Zunächst musste recht frühzeitig mit dem Feuerwehrhotel der Termin und die Übernachtungskapazität festgelegt und verbindlich gebucht werden. Danach erfolgte in mehreren Besprechungen die Festlegung des Seminarprogramms. Ein zweitägiges Seminar erhebt auch den Anspruch nach hochkarätigen Referenten zu aktuellen Themen. Hierzu waren nach Festlegung der Themeninhalte viele Gespräche mit potentiellen Referenten notwendig. Im späten Frühjahr war dann das Programm perfekt. Als ersten Referenten konnte man Bezirksbrandmeister Thomas Finis vom Regierungspräsidium Freiburg gewinnen. In seinem Referat „ Der Kommandant ein Multitalent?“ zeigte er sehr anschaulich die Führungsaufgaben, die Führungskompetenz und die Führungsstile in den Feuerwehr auf.

Was hat ein Luftwaffenhauptmann der Schweizer Luftwaffe mit der Feuerwehr zu tun? Das mag so mancher gedacht haben, als Marc Zimmerli von der Patrouille Suisse sich vorstellte. Der Saal war mäuschenstill und konzentriert folgte man den Ausführungen von Marc Zimmerli, genannt „Zimi“, über seine Aufgabe als Luftwaffenpilot aber vor allem von seinem Team, der Formationsflugstaffel „Patrouille Suisse“. Ganz schnell merkte man, wo die Gemeinsamkeiten dieser Flugstaffel mit der Feuerwehr sind. In der Flugformation ist das Vertrauen in den  Kameraden und dessen Verlässlichkeit überlebensnotwendig. Der Einzelne kann hier nichts bewegen, sondern nur die Gemeinschaft. Aber auch der Führungsstil ist mit der Feuerwehr zu vergleichen. Vor und nach der Aufgabenerfüllung ist Teamarbeit und Teamgeist notwendig. Jeder soll und muss sich einbringen. Während der Aufgabe hat nur einer das Sagen und die Befehlsgewalt. In der „Patrouille Suisse“ der „Leader One“ in der Feuerwehr der „Kommandant“.

 

Nach dem gemeinsamen Abendessen wurde die Kameradschaft gepflegt. Zur Unterhaltung wurden die Kabarettisten  „Bure zum Alange“ Wolfgang Winterhalder und Nikolaus König engagiert. Die Seminarteilnehmer wussten nichts von dieser Einlage. Fast zwei Stunden lang wurden die Lachmuskeln auf das äußerste strapaziert.

 

Am darauf folgenden Samstag ging das Seminar nach dem Frühstück weiter. Frank Obergöker von der Unfallkasse Baden-Württemberg berichtete über Aktuelles aus der Unfallprävention und den gesetzlichen Leistungen, die ein Feuerwehrangehöriger aus dieser Unfallkasse bei einem Körperschaden erhalten wird. Ziel der Unfallkasse ist es aber vor allem, dass keine Unfälle geschehen. Deshalb muss immer wieder auf die Unfallgefahren hingewiesen werden.
Im Anschluss daran hielt der stellvertretende Landesfeuerwehrarzt, Unfallarzt, Unfallchirurg und Feuerwehrarzt von Rottweil Dr. Bernhard Schönemann einen hoch interessanten und nachdenklich stimmenden Vortrag zum Thema „Kohlenmonoxidvergiftung im Feuerwehreinsatz“. Wir Feuerwehreinsatzkräfte sind doch durch Atemschutzgeräte geschützt, glaubten viele. Doch in einer selbst durchgeführten Studie mit über 500 Probanten hat sich gezeigt, dass das bei jeder Verbrennung entstehende tödliche Gas „Kohlenmonoxid“ durchaus zu akuten und auch Langzeitvergiftungen führen kann. Die Möglichkeit der Gasmessung vor Ort und auch der bereits eingetretenen Vergiftung der Einsatzkräfte, der Brandgeschädigten und der sonstigen Helfer am Einsatzort sollte ernst genommen werden. Leider gehören die Messgeräte noch nicht zur Ausrüstung der medizinischen Ersthelfer.

Nach dem Mittagessen stand das Thema „Photovoltaikanlagen – eine Herausforderung für die Feuerwehren“ auf dem Programm. Hierzu konnte Professor Franz Josef Kuhn von der Hochschule Sigmaringen-Balingen gewonnen werden. Professor Kuhn betreibt sein vielen Jahren Versuchsanlagen und zeigte im Seminar sehr beeindruckend den Aufbau der Anlagen und seiner Komponenten auf. Dort wo elektrische Energie vorhanden ist besteht immer eine Gefahr, so sein Resümee. Doch auch die Feuerwehr kann sich auf diese Gefahren vorbereiten. Das größte Problem sieht er jedoch nicht bei den Anlagen selbst sondern bei der Installation der Anlagen. In sehr vielen Fällen werden aufs gröblichste die Installationsvorschriften missachtet. In diesen Fällen ist es oft nur eine Frage der Zeit bis die Anlage selbst zur Gefahr wird.

Jede Feuerwehr beschafft immer wieder neue Feuerwehrfahrzeuge. Diese müssen nach bestimmten DIN-Vorschriften gebaut werden. Sie müssen aber auch die Nutzer vor Gefahren schützen und selbst sicher sein. Darüber wacht der TÜV Baden-Württemberg mit der Abteilung Feuerwehrprüfstelle unter Leitung von Herr Martin Leutzbach. Jedes neue Fahrzeug wird von ihm überprüft bevor es das Herstellerwerk verlässt. Herr Leutzbach zeige sehr beeindruckend auf, wie sich die Fahrzeuge über die Jahre entwickelt haben. Er muss aber auch feststellen, dass nicht immer zwischen der Notwendigkeit und den Wünschen unterschieden wird. An Beispielen zeigte er auf, dass die Hersteller nahezu alles bauen, was bestellt wird. Doch nicht alles entspricht dann den Vorschriften zur Sicherheit und den Regelwerken der DIN. Er hat dann die Verpflichtung diese Fahrzeuge nicht zuzulassen und abzuweisen.

Mit vielen Eindrücken und neuen Impulsen wurde das Seminar am Samstagabend beendet. Die 50 Seminarteilnehmer zeigten sich hoch zufrieden und richteten den Wunsch an die Organisatoren, wieder einmal ein derartiges Seminar durchzuführen.