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Faszination Feuerwehr Das Thema Feuerwehr ist unmittelbar mit der größten Hilfeleistungseinrichtung ihn unserem Land verbunden. Hilfe von Menschen für Menschen aus allen erdenklichen Gefahrenlagen. Geschichtlich waren die ersten Helfer Menschen, die den Mut aufbrachten, sich den Feuersbrünsten zu stellen, mit bloßen Händen und Löscheimern, um die Feuergefahr für Menschen, Tiere und Häuser abzuwenden. Denn große Brände führten immer zu großer Not, Hunger und Existenzverlust. Der Einsatz des eigenen Lebens wurde einkalkuliert. Mit der Technisierung wurde die reine Handarbeit erleichtert, die Gefahrenabwehr effizienter und erfolgreicher. Aber es entstanden parallel hierzu immer neue Gefahren, die bisher undenkbar waren. Die Technik ging weiter, das Feuerwehrwesen wurde wissenschaftlich, die Gefahren größer die Abwehr vielfältiger und komplizierter. Zur weiteren Beherrschung der Gefahren und zur Abwehr dieser von den Mitmenschen, den Tieren, der Umwelt und dem Volksvermögen entwickelte sich das Feuerwehrwesen zum professionellen Nebenberuf, der erlernt werden muss. Die einfache Mithilfe und der reine Wille zu helfen sind nicht mehr ausreichend. So entwickelte sich die Feuerwehr zu Hilfsprofis in allen Lebenslagen, die in kurzer vorgegebener Zeit Hilfe bringen mit modernsten Maschinen und Gerätschaften. Die Erfolge sind hoch professionell, der Anspruch der Bürger erwartet dies. Was ist geblieben: der Name Feuerwehr und die Ehrenamtlichkeit der Helfer. Wer sich für das umfangreiche Thema interessiert sollte sich mit zwei Begriffen intensiv auseinandersetzen: FEUERWEHR ist ………….. - ständige Einsatzbereitschaft,
- Präsenzpflicht am Ort
- das Mitführen eines Alarmgerätes, wie ein unverzichtbares Kleidungsstück
- verbunden mit Phasen der Ruhe und einsatzlosen Zeiten
- unterminierbar verbunden mit Zeiten der Aneinanderreihung von Einsätzen bei Tag und Nacht
- ein unkalkulierbarer Dienst, teilweise ohne ausreichende Ruhezeiten
- verbunden mit Übernächtigung, Müdigkeit und fehlender Konzentration
- verbunden mit Ängsten der Vernachlässigung der beruflichen Arbeit
- fehlende bzw. nachlassende Akzeptanz im Kollegenkreis
- immer an erster Stelle vor Frau, Familie und Hobby
- eine 24 Stunden Arbeit, die kaum weitere gesellschaftliche Engagements zulässt
- in sich vielfältig und doch einseitig
- unverzichtbar
- gesellschaftlich hoch anerkannt und doch manchmal abwertend belächelt
- geprägt von interner Kameradschaft und aber auch gesellschaftlicher Isolation
- verbunden mit Ehrungen, Urkunden und Orden
- der persönliche aktive Einsatz für andere
- eine hochspezialisierte Handwerkerleistung ohne Rechnung
- verbunden mit Kariere und Aufstieg aber auch mit schneller Vergessenheit
Der Feuerwehr - EINSATZ ist ………… - psychischer Stress
- ein schlagartiger Anstieg des Adrenalins
- löst ein Scheuklappensyndrom aus
- stets unangekündigt und löst einen unbeschreibbaren Helferaktionismus aus
- körperliche Höchstleistung verbunden mit Überforderung
- verbunden mit übermenschlichen Erlebnissen,
- Angst, Leid und Tod
- einhergehend mit fehlenden Empfindungen für Kälte, Hunger, Hitze, Rauch und Schmerz
- die unbewusste Aufnahme von Bildern, Gerüchen, Lichtern und Geräuschen
- verbunden mit Blut, Schweiß, Öl, Benzin und Kühlflüssigkeiten
- verbunden mit Hitze, Ruß, Rauch, Wasser und Schaum
- verbunden mit Schutt, Steine, Balken, Nägel, Blech und Kunststoff
- verbunden mit giftigen Stoffen, Gasen, Strom, Infektion und schleichender Krankheit
- in der Folge verbunden mit der Verarbeitung des Erlebten
- der Austausch der Erfahrungen in Fachkreisen und mit Gleichgesinnten
- der Abgleich des Einsatzes und der eigenen Tätigkeiten um festzustellen, auch alles richtig gemacht zu haben
- die Suche nach der Bestätigung der Arbeit durch Andere
- die Verdrängung der Unsicherheiten
- die Verdrängung der Zweifel, Fehler gemacht zu haben
- die Verarbeitung der Fragen, ob ein anderes Vorgehen erfolgreicher gewesen wäre
- verbunden mit dem Zweifel, ob die Person noch leben könnte
- einhergehend mit Schuldgefühlen nach einer erfolglosen Rettung
- der Auslöser von Geisterbilder in der Nacht, von Träumen und Angstschweiß
- die permanente Rückbesinnung an Einsatzszenen bei Wahrnehmung von ähnlichen Gerüchen, Geräuschen, Bilder und Lichter
Die freiwillige, ehrenamtliche und uneigennützige Hilfe ist eine menschliche Tugend, die den höchsten Respekt aller verdient. Ohne diese, im wahrsten Sinne des Wortes altruistische Aufopferung kann eine Gesellschaft nicht auskommen. Ganz schnell würde man feststellen, dass man trotz ausreichender finanzieller Ausstattung nicht alles kaufen kann. Zur Aufrechterhaltung unseres sozialen Systems brauchen wir die Gewähr für Beständigkeit und Sicherheit. Der Mensch braucht für seine Lebensplanung und seine Fortentwicklung feststehende und verlässliche Einrichtungen. Hierfür haben viele Generationen gekämpft. Schutz und Sicherheit durch eine stets präsente Polizei, eine flächendeckende medizinische Versorgung durch Notärzte und Rettungsdienste und eine schnelle Hilfe bei Unfällen, Notlagen und Bränden durch eine schnelle und überall erreichbare Feuerwehr. Der gesellschaftliche Wandel muss auch diese Einrichtungen berücksichtigen. Viele alte, traditionelle Formen werden verblassen und müssen sich anpassen. Doch die in den Weg gelegten Steine werden immer unüberwindlicher. Unsere moderne Gesellschaft verlässt immer mehr den Pfad der traditionellen Familie. Kinder sind nicht mehr selbstverständlich. Ganztages-Kindertagesstätten mit 24 Stundenbetreuung, Ganztageskindergärten und zur weiteren Ausbildung die Ganztagesschulen lassen keinen Freiraum für gesellschaftliches Engagement. Werden in den Ganztagesschulen sportliche, künstlerische und musische Begabungen gefördert finden die Themen soziales, mitmenschliches Engagement, uneigennützige Hilfe und Kameradschaft keinen Raum. Wird die schulische Ausbildung nach einem zeitlich gestrafften Schulplan abgeschlossen schließt sich ein Studium oder eine ortsferne Ausbildung an. Auch hier verlieren die Dörfer und Städte ihre jungen Mitbürger. Sie kehren dann dorthin zurück, wo sich qualifizierte anspruchsvolle Arbeitsplätze auftun. Die Konkurrenz in unserer globalen Wirtschaftswelt ist groß und nur der überlebt, der sich diesen Herausforderungen stellt. Die Regelarbeitszeit wird hierfür nicht mehr ausreichend sein, ein berufliches Überengagement wird erwartet. Die dann noch verbleibende Freizeit für Familie und Erholung wird in diesen Fällen nicht in einer ehrenamtlichen Hilfseinrichtung, wie der Feuerwehr verbracht. Vieles arbeitet in der nächsten Zukunft gegen unser Feuerwehrsystem. Es wird also nicht leicht sein, das zu erhalten was wir alle dringend benötigen: eine flächendeckende, schnelle und gut ausgebildete Feuerwehr. (c)Santl, KBM
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